Bereitstellung und Pflege von Inhalten

Aufgabenbereich und Zielgruppe

Dieser Anwendungsbereich betrifft die Erstellung und Pflege von Inhalten auf Webauftritten von Hochschulen, deren Einrichtungen, Lehrstühlen, Projekten und anderen Informationsseiten.

Dieses Kapitel wendet sich an folgende Personenkreise:

  • Redakteure
  • Autoren
  • Fotoredakteure
  • sonstige Bearbeiter von Inhalten

Es wird davon ausgegangen, dass Webangebote in diesen Bereichen über ein geeignetes Content-Management-System verwaltet werden, das über Eingabeverfahren mit Hilfe von einem WYSIWYG- oder zumindest Text-Editor verfügt, in dem einfache HTML-Anweisungen eingegeben werden können.

Abgrenzung: Die Programmierung von CMS oder die optische und technische Gestaltung der Ausgaben über HTML, CSS und JavaScript ist nicht Teil dieses Kapitels.

Grundlagen

Mit Inhalten sind all die Informationen gemeint, die vom Leser wahrgenommen werden müssen. Zur Darstellung und Strukturierung der Inhalte wird auf Webseiten die Strukturierungssprache HTML verwendet. Mit dieser kann die Bedeutung eindeutig definiert werden, wozu auch nur wenige, leicht zu merkendende Elemente notwendig sind: Nämlich die Elemente für Überschriften, Absätze, Bilder, Listenelemente, Zitate und Tabellen. In HTML nutzt man den Begriff der Semantik.

Wichtig hierbei ist die Semantik einzuhalten: Überschriften, die nicht mittels verfügbarer HTML-Elementen als solche gekennzeichnet sind, sind keine Überschriften. Der klassische Fehler vieler Autoren besteht oft darin, dass keine Überschriften gesetzt wurden, sondern eine Textzeile schlicht mit Fettdruck und einer größeren Schrift optisch hervorgehoben wurde. Semantisch sind solche Texte jedoch keine Überschriften und werden daher auch nicht als solche interpretiert: Screenreader können diese nicht von normalem Text unterscheiden und auch die Analyse von Suchmaschinen wird den Inhalt dieser Zeile nicht als hervorhebenswerte Überschrift einstufen. Der Fettdruck und die Schriftgröße werden lediglich als optische Darstellung interpretiert; eine automatische Erkennung einer Überschrift geschieht nicht. Diese Interpretation findet allein im Auge des Autors statt.

Ein weiterer häufiger Fehler ist es, eine Semantik falsch zu verwenden mit dem Ziel eine optische Darstellung zu erlangen. So zum Beispiel verwenden einige Autoren gern Überschriften, um einen in ihren Augen wichtigen Text hervorzuheben. Ebenso häufig ist der Fehler, eine Überschrift einer bestimmten Ebene nur deswegen zu verwenden, weil sie dem Autor in der jeweiligen Größe besser gefällt als die Überschrift in ihrer korrekten Ebene. Oder es werden Tabellen verwendet, um eine rein optische Ausrichtung des Textes zu erlangen.

Auf Webseiten, aber auch auf Flyern und anderen Print-Produkten, erfolgt häufig eine optische Verschönerung durch sogenannte Schmuckgrafiken. Mit diesem Verständnis kann man solche Grafiken von Schemagrafiken, Auswertungen oder anderen Grafiken unterscheiden: Schmuckgrafiken können jederzeit ausgetauscht oder weggelassen werden, während inhaltsvermittelnde Grafiken ein nicht wegzulassender Bestandteil der Seite sind.

Wird eine optische Hervorhebung von Texten gewünscht ist, dürfen hierzu keine Strukturelemente, die für die inhaltliche Kennzeichnung vorgesehen sind, verwendet werden. Sollen ein Absatz oder einzelne Worte optisch hervorgehoben werden sollen, ist es Aufgabe des Webdesigns, eine entsprechende Funktionalität bereitzustellen. Viele Webdesigns enthalten bereits entsprechende Funktionalitäten für optionale Boxen, Spaltensatz, Hinweismarken oder Buttons. Sind eine entsprechende Dokumentation oder ein Styleguide vorhanden sein, sollten diese konsultiert werden.

Umsetzung

Überschriften und Überschriftenhierachien

Inhalte beginnen üblicherweise mit einer Überschrift, gefolgt von einem oder mehren Absätzen. Beim Schreiben von längeren Texten ist eine logische Überschriftenhierachie wichtig:

Die erste Überschrift im Dokument ist eine Überschrift der Ebene 1. Ist der Text hierarchisch gegliedert, folgt ein Absatz mit einer Überschrift der Ebene 2. Besteht dieses Kapitel aus weiteren hierarchisch untergeordneten Kapitel folgen hier die Überschriften der Ebene 3 und so weiter.

In HTML wird die Überschrift der ersten Ebene mit <h1> deklariert, die zweite Ebene mit <h2>, die dritte mit <h3> und so weiter bis zur sechsten Ebene. Hat ein CMS einen WYSIWYG-Editor wie den populären TinyMCE-Editor, werden die Überschriften als Absatzvorlagen angeboten. Diese werden nach der Eingabe in dem Editor in die entsprechende HTML-Variante gesetzt.

Bild: Ansicht der Überschriften in einem CMS mit dem TinyMCE Editor

Bei einigen CMS und Redaktionssystemen wurde die Überschrift der ersten Ebene aus den Absatzvorlagen entfernt, wie es auch das obige Bild zeigt. Grund ist, dass viele Webseiten in der Ausgabe den Titel der Seite als erste Überschrift ausgeben.

Überschriftenauszeichnungen sind nur in ihrer logischen Struktur zu nutzen und nicht als Hilfsmittel zur optischen Formatierung der Texte. Wie eine Überschrift einer beliebigen Ebene optisch auf einem Browser, in einem Office-Dokument oder einem Ausdruck aussieht, ist Sache des Corporate Designs oder der zugrundeliegenden Dokumentenvorlage. Wenn die optische Darstellung nicht passend erscheint, ist nicht die Überschriftenhierachie zu ändern, sondern das Corporate Design bzw. die Dokumentenvorlage. Als Redakteur oder Autor einer Webseite oder eines Dokumentes sollte man sich jedoch grundsätzlich nicht um die optische Gestaltung der Inhalte kümmern und daher auch nicht versuchen, diese zu beeinflussen. Entdeckt man Mängel in der vorgegebenen Vorlage, sollte man diese an die zuständigen Designer oder Entwickler melden; die Fehler können dann an zentraler Stelle behoben werden und die Fehlerbehebung wirkt sich positiv auch auf solche Stellen aus, die bisher unentdeckt blieben und nicht gemeldet wurden.

Logische Überschriftenhierachien sind von hoher Bedeutung bei der barrierefreien Umsetzung von Webseiten und Dokumenten: Die Überschriften sind für Screenreader-Software ein unverzichtbares Mittel, um innerhalb der Seite zu navigieren. Die Software erkennt Überschriften anhand der korrekten HTML-Markierung und bietet dem (blinden) Leser der Seite die Möglichkeit an, von Kapitel zu Kapitel zu springen. Sind die Kapitel jedoch nicht mit Überschriften versehen, funktioniert dies nicht. Im Falle von Überschriften der falschen Hierachieebene wird diese hingegen einem anderen Kontext zugeordnet.

Barrierefreie Webseiten setzen die Überschriftenhierachie nicht nur für den Inhaltsbereich um, sondern gliedern auch alle anderen Bestandteile der Webseite in einer passenden Hierachie. Mit einem Browser-Add-on, wie HeadingsMap, kann man sich die Überschriftenhierachie einer Webseite gesondert anzeigen lassen.

Bild: Beispiels einer HeadingsMap

Neben Screenreadern nutzen auch Suchmaschinen Überschriften und deren logische Abfolge zur Einordnung von Inhalten. Wenn Sie also Wert darauf legen, dass eine Information besser gefunden wird, sollten Sie auf eine hierachische Gliederung des Inhalts achten.

Verpflichtende Erfolgskriterien

Optionale Erfolgskriterien

Absätze und andere Textbereiche

Beim Schreiben von Text für Webseiten gelten generell dieselben Regeln wie auch bei jeder anderen Publikation oder wissenschaftlichen Arbeit: Der Text muss für die jeweilige Zielgruppe klar strukturiert werden, frei von Rechtsschreibfehlern und verständlich sein. Dabei sollte man jedoch nicht davon ausgehen, dass der Leser der Webseite denselben Kenntnisstand hat, wie der Autor. Abkürzungen, interne Begriffe und Codewörter, die im Umfeld des Autors oder in Projekten alltäglich verwendet werden, müssen für andere nicht bekannt sein. Zudem können dieselben Abkürzungen je nach Umfeld und Kontext auch verschiedene Bedeutungen haben. Bei einem längeren Text bietet es sich zudem an, im ersten Absatz eine kurze Zusammenfassung oder eine Einführung zu schreiben.

Wenngleich Aspekte der Textverständlichkeit wie Abkürzungen, Lese-Niveau, Verzicht bzw. Erläutern ungewöhnlicher Wörter und Verwenden von Zwischenüberschriften von den WCAG erst auf Stufe AAA erfasst werden, fördert es stets sowohl die Barrierefreiheit als auch die Usability, wenn Redakteure diese Aspekte nicht aus den Augen verlieren.

Jan Eric Hellbusch schreibt zur Verständlichkeit:

Textverstehen ist ein aktiver Prozess und eine Interaktion zwischen Text und Leser. Texte sind für unterschiedliche Leser unterschiedlich leicht verstehbar. Dies hat sowohl mit den Interessen und dem Vorwissen des Lesers zu tun, als auch mit dessen individuellen Fähigkeiten. Aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen können Texte nicht für alle Leser gleichermaßen verständlich gemacht werden. Dennoch können Voraussetzungen geschaffen werden, die zur Textverständlichkeit beitragen und die Zugänglichkeit der Inhalte auf der Verständlichkeitsebene fördern. Hierzu zählen redaktionelle Aspekte wie die Verwendung geläufiger Begriffe oder kurzer Sätze und gestalterische Maßnahmen wie das Vermeiden von Blocksatz und die Berücksichtigung von relativen Schriftgrößen und höheren Zeilenabständen. Auch die Verwendung von Zwischenüberschriften gehört zu den Anforderungen der Verständlichkeit.

Sprache

Ein Text wird üblicherweise in nur einer Sprache geschrieben. Auch wenn die Sprache für einen sehenden Leser offensichtlich ist, muss die Sprache der Webseite im Quellcode der Seite angegeben sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn Textteile auf einer Seite einer andere Sprache nutzen, als der Rest der Seite.

Für die Definition der Sprache einer gesamten Seite ist bei modernen Webauftritten das jeweilige CMS zuständig. Je nach Einstellung des Webauftritts wird dabei vorgegeben, welches die Hauptsprache des Webauftritts und damit auch der Inhalte ist. Als Autor oder Redakteur kann man diese globale Einstellung normalerweise nicht ändern. Unter Umständen bieten manche CMS-Installationen jedoch die Option an, die Sprache einer einzelnen Inhaltseite gesondert anzugeben:

Bild: Seitensprache ändern

Auch wenn die Angabe der Sprache für einen sehenden Leser unnötig erscheint, ist sie dennoch von großer Bedeutung:

  • Screenreader lesen den Text vor. Damit der Text jedoch in der richtigen Sprache und in der korrekten Aussprache vorgelesen werden kann, muss die Screenreader-Software auch erkennen können, um welche Sprache es sich handelt. Eine automatische Erkennung ist zwar nicht unmöglich, sie ist jedoch nicht zuverlässig. Dies macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn die Hauptsprache des Webauftritts ebenfalls angegeben wurde und sich von der Sprache des Textabschnitts unterscheidet.
  • Neben Menschen besuchen auch Suchmaschinen und Inhaltsaggregatoren die Webseiten. Auch diese versuchen den Inhalt zu interpretieren und verwenden zur Einordnung und Erkennung von Keywords und Synonymen die angegebene Sprache. Ist die Sprache nicht oder falsch angegeben, kann der Inhalt falsch zugeordnet werden, was in der Praxis bedeuten kann, dass die Seite in der Ergebnisliste einer Suchmaschine an einer schlechten Position aufgelistet wird.

Gibt das CMS oder dessen Bearbeitungswerkzeuge keine Optionen vor, um die Sprache der Inhaltsbereiche anzugeben, ist diese mittels HTML zu setzen. Hierzu eignet sich das Attribut lang="" welches in dem HTML-Element angegeben wird, das den Text mit der Sprache umgibt. Handelt es sich nur um einen Absatz, kann man das <p> Element nutzen, handelt es sich um ein längeres Zitat, verwendet man das <blockquote> Element.

Beispiel mit zwei Absätzen. Der erste gibt keine Sprachdefinition an. Der zweite Absatz setzt die Sprache auf Englisch:

   <p>
      Dies ist ein Absatz ohne Sprachdeklaration. Es wird die Sprache 
      verwendet, die vom CMS bzw. dem Webseitentemplate im Kopfteil
      der Seite angegeben wurde.
   </p>
   <p lang="en">
      This is an english paragraph.
   </p>

Sollte sich der Textbereich über mehrere Kapitel und Absätze erstrecken, setzt man die Sprachdefinition nicht für jedem einzelnen Absatz neu, sondern verwendet das Element <div> um alle darin liegenden Absätze zu deklarieren:

   <h1>Text in einer deutschsprachigen Seite mit englischen Absätzen</h1>
   <p>
      Dies ist ein Absatz ohne Sprachdeklaration. Es wird die Sprache 
      verwendet, die vom CMS bzw. dem Webseitentemplate im Kopfteil 
      der Seite angegeben wurde.
   </p>
   <div lang="en">
       <h2>Chapter One</h2>
       <p>
           This is an english paragraph in chapter one.
       </p> 

       <h2>Chapter Two</h2>
       <p>
           This is the first paragraph in chapter two.
       </p> 
       <p>
           This is the second paragraph in chapter two.
       </p>
   </div>

Abkürzungen

Für Abkürzungen sollte Folgendes beachtet werden:

  • Abkürzungen sollten beim ersten Auftreten im Text ausgeschrieben werden. Dies gilt besonders bei längeren Namen von Einrichtungen oder Titeln. Dabei wird zunächst der Name ausgeschrieben, gefolgt von der Abkürzung in runden Klammern. Beispiel: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).
  • Eine Ausnahme gibt es bei solchen Abkürzungen, die in der kurzen Form bereits Teil der Alltagssprache, in ihrer ausgeschriebenen Form hingegen weitgehend unbekannt sind. So zum Beispiel die Abkürzungen „DSL“ oder „WLAN“. Die ausgeschriebenen Formen dieser Abkürzungen („Digital Subscriber Line“ und „Wireless Local Area Network„) sind oft nicht gängig, während die Bedeutung der kurzen Form für jeden Leser klar ist.
  • Sollte bei der Ausschreibung der Abkürzung ein Sprachwechsel erfolgen, muss diese über geeignete HTML-Anweisungen im Code deklariert werden. Hierzu eignet sich das Attribut lang="" .
Beispiele:

Bei der Ausschreibung von DSL sähe der entsprechende HTML-Code daher so aus:

   <span lang="en">Digital Subscriber Line</span>

Wird die Abkürzung nicht ausgeschrieben, wird das <abbr>-Element verwendet um sie als solche zu deklarieren:

<abbr title="zum Beispiel">z.B.</abbr>

Kommt es zudem zu einem Sprachwechsel, wird das Attribut lang="" ergänzt; Als Inhalt des Attributs wird der jeweilige Code der Sprache der Abkürzung verwendet:

<abbr title="World Wide Web" lang="en">WWW<abbr>

Verpflichtende Erfolgskriterien

Optionale Erfolgskriterien

Vertiefung

Bilder und Schemagrafiken

Mit Hilfe von Bildern und Schemagrafiken können viele Informationen an den Leser übermittelt werden: Inhaltliche Informationen und Daten, aber auch Stimmungen. Im letzteren Fall wird oft von sogenannten Schmuckgrafiken oder von dekorativen Elementen gesprochen: Die Bilder tragen keinen eigentlichen Inhalt, sondern dienen dazu, die Webseite für einen sehenden Leser oder für den Ausdruck optisch ansprechend zu gestalten. Würde man diese Bilder weglassen, würde der Leser keine Information vermissen.

Dem gegenüber stehen Bilder und Schemagrafiken, die tatsächlich Informationen enthalten. Würde man diese Bilder ausblenden, würden wesentliche Informationen fehlen oder gar die gesamte Seite inhaltsleer sein.

Für die Barrierefreiheit ist es wichtig, dass Bilder und Schemagrafiken entweder im Text erklärt werden, so dass man auch ohne diese auskommt, oder dass die Bilder über eine geeignete Textalternative verfügen. Die Textalternative muss die gesamte vom Bild übermittelte Information enthalten.

Die Art der Textalternative ist dabei abhängig von der Art des Bildes:

  • Handelt es sich um eine Schmuckgrafik, sollte keine Textalternative angegeben werden. Screenreader sollen diese Bilder ignorieren; Eine Beschreibung ist daher wegzulassen.
  • Handelt es sich um die Illustration eines im Text beschriebenen Sachverhaltes, ist lediglich eine kurze Textbeschreibung notwendig.
  • Handelt es sich bei dem Bild um ein informatives Bild, welches nicht im Text beschrieben wird, ist eine ausführliche Textalternative für das Bild zu hinterlegen.
  • Handelt es sich bei dem Bild um ein aktives Element um auf eine andere Webseite zu verlinken oder als grafischer Button eine Aktion auszulösen, ist nicht das Bild inhaltlich zu beschreiben, sondern das Linkziel oder das was passiert, wenn man auf das Bild klickt.

Um eine Textalternative eines Bildes anzugeben, verwendet man im HTML-Element <img> das Attribut alt="". Das Attribut title="" hingegen wird nur verwendet, um den Titel des Bildes anzugeben. Unterstützt das CMS des Webauftritts auch Bildunterschriften, sind auch diese anzugeben, sofern das Bild keine Schmuckgrafik ist.

Beispiele:

  1. Auf einer Seite wird der Versuchsaufbau eines physikalischen Experiments erläutert. Hierzu wird ein Bild angegeben.
    <img alt="Im Experiment wird der Laserstrahl durch einen Doppelspalt 
              gelenkt. Die Spalte haben einen Durchmesser von 0,085 mm 
              und einen Abstand voneinander von 0,6 mm. Dahinter findet 
              sich im Abstand von 2 Metern ein Schirm. Auf diesem kann
              man bei Einschaltung des Lasern ein Wellenmuster erkennen." 
         title="Versuchsaufbau Doppelspaltexperiment" src="(BILD-URL)">

    Für einen sehenden Menschen wird die Information im Bild gegeben. Kann man hingegen das Bild nicht sehen, kann man den Versuchsaufbau anhand der Beschreibung im alt-Attribut nachvollziehen. Der Titel allein hätte nicht gereicht, um den Versuchsaufbau zu erläutern.

  2. Bei einem dekorativen Bild wird das Attribut alt="" leer gelassen:
    <img alt="" src="(BILD-URL)">
  3. Bei einem grafischen Link wird hingegen das Linkziel beschrieben und nicht mehr das Bild:
    <a href="https://www.fau.de">
        <img alt="Zum Webauftritt der FAU" src="(LOGO-URL)">
    </a>

Verpflichtende Erfolgskriterien

Vertiefung

Links

Abseits von den Menüs und Navigationskonzepten einer Website werden auch Links im Inhaltsbereich von Seiten gesetzt. Auch wenn das eigentliche Setzen von Links nicht schwierig ist, können einige Fehler gemacht werden, die negative Auswirkungen auf Barrierefreiheit, Verständnis und auch Findbarkeit haben.

Folgende Eigenschaften muss jeder Link erfüllen:

  • Ein Link sollte grundsätzlich immer klar und deutlich machen, was den Leser erwartet, wenn er diesen auswählt. Und zwar schon vor dem „Klick“ und auch vor einem Mouseover.
  • Das Ziel eines Links muss stets klar erkennbar sein. Mit der Konformitätsstufe AA reicht hier auch die Betrachtung des Kontextes in dem sich der Link befindet. So ist ein Link mit dem Linktext „Download“ durchaus legitim, sofern dies im Kontext einer Liste mit eigenen Überschriften statt findet.
  • Soll auch die Konformitätsstufe AAA erreicht werden, muss ein Link für sich allein genommen verständlich sein. So muss er auch dann, wenn er allein und ohne umgebenden Text ausgegeben wird, noch immer das Ziel und seinen Zweck klar beschreiben.

Verlinkt man auf eine andere Webseite, ist der Linktext optimalerweise der Titel der verlinkten Webseite. Verlinkt man auf ein Dokument, so eignet sich der Titel der Dokuments oder eine Kurzfassung. Keinesfalls sollte man als Linktext jedoch Handlungsanweisungen verwenden. Ein Klassiker bei fehlerhaften Umsetzungen ist ein Link wie dieser: „Klicken Sie hier“ . Das Wort „hier“ für sich allein genommen sagt nichts darüber aus, was passiert oder wohin man gelangt, wenn man tatsächlich auf den Link klickt. Stattdessen sollte an solchen Stellen besser so formuliert werden: „Rufen Sie die Online-Broschüre zum Thema ABC auf.„. Der eigentliche Link wäre dann auf den Worten „Online-Broschüre zum Thema ABC„. Dies ist ohne den Text davor auch für sich allein verständlich und der Leser wird wissen, was ihn beim Klick auf den Link erwartet.

In normalen Textbereichen wird ein Link mit den HTML-Element <a> gesetzt:

Rufen Sie die <a href="(URL)">Online-Broschüre zum Thema ABC</a> auf.

Bei Nutzung eines WYSIWYG-Editors reicht es oft, den entsprechenden Text zu selektieren und dann in einem erscheinenden Fenster die Zieladresse einzugeben oder aus einer Liste vorhandener Seiten auszuwählen.

Bild: Screenshot des Modals zum Einfügen eines neues neuen Links im Visuellen Editor von WordPress

Weitere Attribute

Zu beachten ist, dass im Fall einfacher Links auf Dokumente keine weiteren Angaben oder Attribute notwendig sind. Auch die Angabe, welche dafür sorgt, dass ein Link in einem neuen Fenster oder Tab geöffnet wird, sollte vermieden werden. Man kann nicht davon ausgehen, dass das Öffnen eines neuen Fensters für Links von jedem Leser erwünscht ist. Tatsächlich sorgt das Öffnen eines neuen Fensters auch zu einigen Nachteilen bei den Lesern der Seite: Die „Zurück“-Funktion des Browser funktioniert für das neue Fenster nicht mehr und der Rechner wird möglicherweise durch viele neue Fenster stärker belastet. Wurde die Seite zudem mit einem Smartphone aufgerufen, wird das neue Fenster üblicherweise das vorherige komplett überlagern. Ob ein neues Fenster oder ein Tab geöffnet wird, sollte daher grundsätzlich dem Leser selbst überlassen bleiben, der hierfür die dafür gedachten Werkzeuge seines Browsers nutzen kann.

Auf manchen Webseiten sieht man, dass Links zusätzlich mit einem title="" -Attribut versehen wurden. Dies sollte man ebenfalls nur in besonderen Ausnahmefällen tun. Das Attribut sollte nur dann verwendet werden, wenn der Linktext nicht gleich dem tatsächlichen Titel des aufzurufenden Dokumentes ist. Screenreader werden bei einem Link üblicherweise sowohl den Titel, sofern vorhanden, als auch den Linktext vorlesen. Sind Linktext und Titel dagegen gleich, werden Menschen mit Screenreader daher denselben Text unnötigerweise zweimal anhören müssen.

Verpflichtende Erfolgskriterien

Optionale Erfolgskriterien

Tabellen

Für die Nutzung von Tabellen gilt eine feste Regel: Tabellen dürfen nur für tabellarische Daten genutzt werden. Tabellen sind nicht dazu gedacht, Texte und Bilder auszurichten oder die Seite zu layouten. Es gilt auch hier das oben Genannte: Wenn eine besondere optische Darstellung benötigt wird, so ist es Aufgabe des Designs und der Technik, entsprechende Funktionalitäten bereitzustellen. Wird beispielsweise eine Ausrichtung des Inhaltes in zwei oder mehr Spalten gewünscht, wird dies bei modernen Websites oft durch eigene Anweisungen geleistet. So verfügen Websites, die auf dem populären Bootstrap-Framework beruhen, über eine umfangreiche Klassenbibliothek um Inhaltsbereiche in bis zu 12 Spalten aufzutrennen. Eine Tabelle erweist sich bei der Nutzung als Gestaltungswerkzeug spätestens bei dem Aufruf der Seite mit dem Smartphone als untauglich: So werden dann Inhalte nicht mehr erkennbar und es kommt zu horizontalen Scrollbalken. Wird hingegen ein vorgegebenes Grid-System verwendet, werden die Spalten serialisiert und in korrekter Reihenfolge übereinander positioniert.

Bei der Nutzung von Datentabellen ist den jeweiligen Zellen eine Überschrift zuzuordnen. Dies erfolgt mit Hilfe des Elements <th>. Die eigentlichen Zellen mit Daten werden dagegen mit dem Element <td> gekennzeichnet. Die Zeilen werden durch das Element <tr> ausgezeichnet.

Eine einfache Datentabelle ist in HTML wie folgt aufgebaut:

<table>
  <caption> Tabellenüberschrift </caption>
  <tr>
    <th> Überschrift Spalte 1 </th>
    <th> Überschrift Spalte 2 </th>
  </tr>
  <tr>
    <td> Datenzelle </td>
    <td> Datenzelle </td>
  </tr>
</table>

Je nach Komplexität der Datentabelle ist es sinnvoll, weitere Überschriften und Beziehungen von Zellen zueinander zu definieren. Die Anleitung des W3C zu Tabellen bietet eine ausführliche Erläuterung mit Beispielen zum korrekten Gebrauch und Einsatz.

Gängige WYSWIYG-Editoren, wie der TinyMCE-Editor, verfügen über Hilfsmittel um Tabellen auch ohne Kenntnisse von HTML zu erstellen.

Bild: Screenshot des Table-Wizards in TinyMCE

Hier erfolgt die Bedienung ähnlich zu der in Microsoft Office.

Verpflichtende Erfolgskriterien

Vertiefung

Listen

Nummerierte Aufzählungen und Listen werden auf Webseiten mit eigenen HTML-Elementen deklariert. Wie bei Überschriften und Absätzen ist bei Listen die Einhaltung dieser Semantik wichtig, damit Aufzählungselemente und Listenpunkte von Screenreader erkannt werden können.

Im Redaktionsalltag sind im wesentlichen zwei Formen von Listen in Gebrauch: Unsortierte und nummerierte Listen. (Es gibt noch eine dritte Form: Definitionslisten; Diese werden jedoch nur selten verwendet).

Eine einfache unsortierte Liste wird in HTML wie folgt aufgebaut:

<ul>
  <li> Unnummeriertes Listenelement </li>
  <li> Unnummeriertes Listenelement </li>
</ul>

Die sortierte Liste unterscheidet sich hiervon nur durch die Verwendung des Elements <ol> anstelle von <ul>:

<ol>
  <li> Nummeriertes Listenelement 1 </li>
  <li> Nummeriertes Listenelement 2 </li>
</ol>

In den Listenelementen können eigene Überschriften, Absätze, weitere Listen oder andere Elemente gesetzt werden. So kann eine Liste auch eine untergeordnete Liste enthalten.

Gängige WYSIWYG-Editoren wie der TinyMCE unterstützen Listen durch eigene Bedienelemente:

Bild: Nummerierte Liste mit unnummierten Unterlisten in einem TinyMCE-Editor

Zu beachten ist auch hier, wie oben bereits bei den Überschriften und den Tabellen erwähnt: Listen dienen nicht der optischen Gestaltung beliebiger Texte oder zur Einrückung derselben. Sie haben den Zweck, eine Liste auszuzeichnen. Umgekehrt bedeutet das: Wer eine Liste auf einer Seite angeben möchte, der muss dazu auch die Listenelemente verwenden — und nicht etwa Absätze aus einzelnen Zeilen, die mit einer Zahl beginnen und einem erzwungen Umbruch enden.

Eine korrekt ausgezeichnete Liste wird im Gegensatz zu Absatzzeilen von Screenreader und Analysesoftware als zusammenhängende Liste erkannt. Zusätzlich wird eine Liste auch bei der Darstellung auf mobilen Endgeräten mit kleinem Display korrekt umbrochen.

Die Optik der unnummerierten Listen und das Zahlenformat der nummerierten Listen wird durch das zugrundeliegende Design bestimmt. Zwar lassen sich in HTML die Zahlenformate über das list-style-type Attribut vorgeben, dies sollte man jedoch nur in Ausnahmefällen nutzen, da üblicherweise das Webdesign die Nutzung ohne weitere Attribute als Standard betrachtet.

Verpflichtende Erfolgskriterien

Vertiefung

Zitate

Um längere Zitate darzustellen, verwendet man das <blockquote>-Element. Die optische Form dieser Darstellung wird wie gewohnt von dem zugrundeliegenden Webdesign bestimmt. Üblicherweise wird ein Zitat jedoch optisch hervorgehoben, indem es links und rechts eingerückt wird und Schriftart und -stil verändert wird.

<blockquote>
  <p>
   Der Universität ist vorbehalten, was nur der Mensch durch und durch in
   sich finden kann, die Einsicht in die reine Wissenschaft.
  </p>
</blockquote>

Das <blockquote>-Element umrandet darin befindliche Absätze.

Soll zusätzlich ein Zitatgeber oder eine Quelle genannt werden, kann dies mit Hilfe des <cite> Elements vorgenommen werden. Dies darf dann jedoch nicht im eigentlichen Zitat-Absatz stehen, sondern muss hiervon getrennt sein (beispielsweie mit einem <footer>-Element).

<blockquote>
  <p>
      Der Universität ist vorbehalten, was nur der Mensch durch und durch 
      in sich finden kann, die Einsicht in die reine Wissenschaft.
  </p>
  <footer>
     <cite>Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835)</cite>
  </footer>
</blockquote>

Liegt dem gesamten Zitat eine externe Quelle zugrunde, kann diese mit einem Attribut im <blockquote>-Element ergänzt werden, nämlich mit cite="(URL)". (Bedauerlicherweise hat das Attribut denselben Namen wie das Element; Es handelt sich aber dennoch um unterschiedliche Dinge).

<blockquote cite="https://de.wikiquote.org/wiki/Albert_Einstein">
  <p>
      Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich 
      neugierig.
  </p>
  <footer>
     <cite>Albert Einstein</cite>
  </footer>
</blockquote>

Falls die Zitate kürzer ausfallen und keinen langen Text beinhalten, kann man auch das <cite>-Element innerhalb eines Absatzes nutzen:

<p>
    <cite>
    Woran erkennt man barrrierefreies Internet? 
    - Gar nicht! Das ist ja gerade das Gute!
    </cite>
</p>

Verpflichtende Erfolgskriterien

Vertiefung

Embeddings

Immer mehr moderne Webseiten ergänzen textuelle Informationen mit multimedialen Inhalten, die von darauf spezialisierten Portalen kommen.

Dies können zum Beispiel Bildergalerien, Videos, Tonmitschnitte, Karten, Vortragsfolien aber auch interaktive Bedienoberflächen sein. Beispielsweise werden viele Online-Kurse und Tutorials in Form kurzer Videos auf der Plattform YouTube abgelegt und Vortragsfolien finden sich oft auf dem Portal SlideShare. Auf sehr vielen Webauftritten finden sich unter der Beschreibung des Kontakts auch eingebundene Karten von OpenStreetMap oder Google Maps.

Von einem Embedding wird gesprochen, wenn ein Inhalt von einem dieser Portale in die eigene Webseite integriert wird. So wird beispielsweise ein Video von YouTube im Inhaltsbereich der Seite gezeigt.

Auch wenn viele CMS inzwischen die Bereitstellung und Wiedergabe entsprechender Dateien beherrschen, sind die Portale aufgrund ihrer Spezialisierung in der spezifischen Bereitstellung des Contents jedem CMS technisch und funktionell überlegen. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn auch große Websites für die Bereitstellung von Videos oder Karten auf die entsprechenden Portale oder eigenständige Softwarelösungen außerhalb des CMS ausweichen.

Die meisten Inhaltsportale und auch die meisten CMS unterstützen das Embedding mit Hilfe entsprechender Funktionalitäten, mit deren Hilfe externer Content einfach in die eigene Webseite „embedded“ werden kann.

So bietet YouTube beispielsweise unter dem Link Teilen die Funktion zum Einbetten an. Dieses öffnet ein neues Fenster in dem man einen HTML-Code angeboten bekommt, welchen man in seine eigene Webseite integrieren kann:

Bild: Embedding eines Videos von YouTube

Moderne CMS nutzen zudem vermehrt die oEmbed-Schnittstelle . Mit dieser ist es für den Autor einer Seite nicht mehr nötig, irgendeinen HTML-Code auf der Portalseite zu suchen und ihn dann einzubinden. Stattdessen reicht es, die URL des Videos oder der Information auf dem Portal aus der Adresszeile des Browsers zu nehmen und in den Editor zu kopieren.

Bild: Embedding über URL - Codeansicht des Editors

Dies passiert im CMS WordPress sogar schon im WYSIWYG-Editor:

Bild: Embedding über URL - WYSIWYG-Ansicht

Im Kontext der Barrierefreiheit ist Embedding umstritten: Die Betreiber einer Seite und erst recht nicht die Redakteure haben Einfluss auf die Barrierefreiheit des Embeddings. Es bleibt in vielen Fällen nur die Wahl: Wenn man die Information einer fremden und nicht barrierefreien Quelle einbindet, hilft man einer großen Zahl an Personen. Läßt man die Einbindung hingegen weg, da sie nicht vollständig barrierefrei ist, hat niemand einen Vorteil.

Große Portale kennen diese Problematik auch und versuchen bereits von sich aus, den Content eines Embeddings barrierefrei zu liefern. So werden die Embeddings inzwischen mit Techniken ausgeliefert, die eine Zugänglichkeit für assistive Technologien unterstützen. Videos werden beispielsweise automatisch mit Audiotranskriptionen versehen und von Vortragsfolien wird eine Textfassung bereitgestellt. Dies geschieht bei den betreffenden Portalen weitgehend automatisch, ist jedoch auch abhängig von der Sorgfalt der Personen, welche die Informationen hochgeladen haben und dort die Möglichkeit hatten, entsprechende notwendige Informationen zu ergänzen.

Empfehlungen für den Einsatz von Embeddings

Der Autor einer Seite kann sich bei einem Embedding nicht sicher sein, ob dieses tatsächlich barrierefrei geliefert wird oder nicht. Daher sollte hier eine Lösung ähnlich wie der bei dem Einsatz von Bildern vorgenommen werden. Um den Konformitätsanforderungen der WCAG Genüge zu tun, ist zudem deutlich zu machen, dass der angezeigte Inhalt von einer Drittquelle kommt.

Daher:

  • Sofern das Embedding zwingend notwendige Informationen enthält, die der Leser der Webseite erfahren muss, sollten diese Informationen zusätzlich in Textform bereitgestellt werden.
  • An geeigneter Stelle vor oder nach dem Embedding wird auf die Quelle hingewiesen. Hierbei sollte bestenfalls das Quellportal (z.B. der YouTube-Kanal ) und der Titel sichtbar sein. Eine gesonderte Verlinkung sollte ebenfalls vorgenommen werden, so dass man hierfür nicht auf das Embedding selbst angewiesen ist.

Verpflichtende Erfolgskriterien

Autoren von Webseiten, die aufgrund von externen, nicht kontrollierbaren Inhalten nicht konform sein können, müssen eine Erklärung partieller Konformität anbieten. Bei einer Prüfung der Seite gemäß den Richtlinien der WCAG würde dies bedeuten, dass man die Seite nur ohne das Embedding prüft und die eingebundenen Teile als solche deutlich erkennbar macht. Das kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass man den Inhalt, wie oben empfohlen, als zusätzlichen Text beschreibt.

Wichtig ist hierbei, dass der Leser der Seite deutlich erkennen kann, dass der Inhalt aus einer Drittquelle kommt.

Rechtlicher Hinweis

Die EU-Richtlinie schränkt in Artikel 1, Absatz 4d) und 4e) die Umsetzung der WCAG in einigen Anwendungsbereichen ein. Dieser Teil der Richtlinie wurde jedoch bei der Umsetzung der Gesetzgebung von einigen Bundesländern nicht übernommen. Somit entfällt die Einschränkung und es gilt daher das, was in der WCAG zur Umsetzung der Konformität definiert wurde.

Vertiefung